Sprachstudium

Draußen ist es nun schon um 14:30 Uhr dunkel und überraschender Weise taut es ein bisschen. Das Tauwetter hat aber nicht die ganzen 40 cm Schnee wegschmelzen können und es fällt mittlerweile schon wieder neuer Schnee. Kalt ist es also nicht wirklich. Das Wetter bestimmt aber trotzdem den Lauf der Dinge hier. So auch das Seelsorgeseminar…

In unserem letzten Update schrieb ich, dass wir ein Seelsorgeseminar geplant hatten. Ein Grönländischer(!) Pastor, Brian, kann dieses Seminar geben und sollte zu diesem Zweck von der Westküste eingeflogen werden. Nach einer zwei Tagesreise mit drei verschiedenen Flügen sollte er dann das Seminar zum ersten Mal in grönländischer Sprache an der Ostküste abhalten. Das Wetter hat uns aber leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es war so stürmisch, dass Brian noch nicht einmal die zweite Flugreise machen konnte. Nachdem er fast eine ganze Woche in der Hauptstadt Nuuk festgesessen hatte, haben wir beschlossen, das ganze Seminar abzusagen. Wir waren ziemlich erleichtert, dass wir fast die gesamten Kosten für das Flugticket erstattet bekamen und auch die Räumlichkeiten, die wir für das Seminar gemietet hatten, kostenfrei annullieren konnten. Man ist es hier gewöhnt, dass Dinge durch das Wetter abgesagt werden. Tasiilaq ist zurecht dafür bekannt einer der abgelegensten Orte zu sein.

Nichts desto trotz wollen wir nächstes Jahr einen neuen Versuch mit dem Seminar starten. Es birgt nämlich eine große Chance für die Menschen hier, ihre inneren Verwundungen aufzuarbeiten.

Die Spenden, die wir dafür bereits erhalten haben, bleiben diesem Zweck zugeordnet. Vielen Dank dafür!

Was beschäftigt uns?
Im Oktober hatten wir ein Holländisch/Indonesisches Ehepaar zu Besuch. Drei Wochen lang waren die beiden bei uns um zu sehen, ob sie auch in Tasiilaq wohnen kommen wollen. Sie haben den Wunsch hier mit Kindern zu arbeiten. Wir haben uns gut miteinander verstanden und warten nun gespannt ab, welche weiteren Schritte Gott sie führen wird.

Seit zwei Monaten lernen wir außerdem intensiv Ostgrönländisch. Wir erklären unserem Sprachhelfer, in welchen Situationen wir was sagen möchten und sie hilft uns, das zu üben. Dann suchen wir möglichst viele Gelegenheiten, um das Gelernte im Gespräch mit Leuten anzuwenden. Das ist anstrengen aber auch lustig und wir erhalten überraschende Reaktionen. Wir haben beispielsweise gelernt über das Wetter zu sprechen. Katharina fragte eine Freundin im Gespräch über verschiedenes Wetter,  was ihr am Besten gefalle und erhielt eine überraschende Antwort: "die Bibelschule".
Eine Herausforderung für uns ist, dass unser Sprachhelfer ein Alkoholproblem hat und deswegen schon mehrmals nicht zum Lernen gekommen ist. Das macht es nicht einfacher. Beständigkeit ist beim Sprache lernen einfach sehr wichtig.
Danke für eure Gebete und finanzielle Unterstützung für Sprachstudium! Die Kosten der letzten beiden Monate konnten damit gedeckt werden. Wir werden auch zukünftig 250€ monatlich fürs Sprachstudium benötigen und freuen uns, wenn ihr uns darin unterstützen möchtet.

Ein Einblick in die Bibelschule
Das Kennen Jesu geht mit Veränderungen einher, das merken wir auch bei denjenigen, die zur Bibelschule kommen. Der letzte Bibelschulabend ging über 1. Johannes 1, worin deutlich wird, dass wir im Licht leben sollen. In diesem Zusammenhang haben wir untersucht was Gott zum Thema Okkultismus sagt und wie unbemerkt das manchmal in unser Leben eindringt. Abschließend haben wir gemeinsam Dinge ins Licht gebracht und erlebten wie Gott kraftvolle Befreiung schenkte! Die Freude, die das mit sich brachte, klang noch tagelang nach. Es viel uns auch auf, dass eine Person viel mehr strahlte und plötzlich echt Präsenz zeigte. Gott bringt Schritt für Schritt Heilung!

Da wir möglichst viel Zeit ins Sprachelernen investieren wollen, werden wir im Dezember (so wie schon im September) keinen Rundbrief versenden. Wie es mit dem Update im Januar aussieht wissen wir noch nicht. Wir hoffen, dass uns das mehr Zeit lässt, um Grönländisch zu lernen.

Einen warmen Gruß und Gottes Segen!
Peter, Katharina, Joël und Cora