Auf dünnem Eis

es ist als ob man plötzlich ein kleines Kind in einem erwachsenen Körper ist. Wir müssen die Leute immer wieder bitten zu wiederholen was sie gesagt haben und haben große Schwierigkeiten die einfachsten Worte nach zu sprechen. Interkulturelle Arbeit ist eine konfrontierende, schmerzhafte und lustige Erfahrung!

(Peter) Ich habe gelesen, dass Menschen in einem interkulturellen Arbeitsfeld einem gewissen Level an Stress ausgesetzt sind. Als direkter Holländer und ordentliche Deutsche erfahren wir, dass es anstrengend ist in die grönländische Kultur und Sprache einzutauchen um sie zu erforschen. Wir freuen uns dann unso mehr, wenn wir etwas Gelerntes in unserem Alltag anwenden können. Beim Einkaufen viel mir zum Beispiel ein, dass ich fragen könnte ob die Bananen im Angebot seien. Das waren sie, 10 Bananen für 6,70€ statt 16,30€! An die Kultur werden wir uns mit der Zeit immer mehr gewöhnen können. Ob das auch für die Preise hier gilt bezweifle ich...

Auf dünnem Eis
Dieses Jahr ist nun schon unser drittes hier in Grönland. Unser Missionarsvisum wurde zum zweiten Mal verlängert und hat damit seine maximale Länge erreicht. Bedeutet das, dass wir Grönland verlassen müssen? Technisch gesehen ja. Im Juni läuft unser Visum ab. Deswegen suchen wir nach einer Möglichkeit um weiterhin hier bleiben zu können. Auf den Gedanken, dass wir Tasiilaq verlassen müssten reagieren die Menschen in unserer Umgebung erschrocken. Wir können uns das auch noch nicht vorstellen.
Eine handvoll Menschen kommen treu, um Gott besser kennen zu lernen und wir sehen wie seine Liebe in ihnen Gestalt annimmt. Ein 12-jähriges Mädchen will unglaublich gerne an der Bibelschule teilnehmen. Vor kurzem hatten wir einen Tauf-Informaionsnachmittag weil ein paar Menschen den Wunsch haben getauft zu werden. So lassen sich verschiedene Dinge nennen, die sich entwickeln. Wir erfahren, dass Gott uns noch länger hier gebrauchen möchte. Die Problmatik rund um das Visum hängt momentan wie ein Damoklesschwert über uns. Wir beten dafür uns halten unsere Augen nach neuen Möglichkeiten offen. Wir würden uns freuen, wenn ihr uns hierbei mit eurem Gebet unterstützt.

Seelsorgeseminar
Im November hat das Wetter uns einen Strich durch das geplante Seelsorgeseminar gemacht. Der grönländische Pastor, der das Seminar abhält, ist aber bereit einen neuen Versuch zu starten um nach Tasiilaq zu kommen. Das Seminar ist sehr vielversprechend. Es kann durchweg in Grönländischer Sprache gegeben werden und richtet sich darauf Verwundungen, die durch Verwarlosung, Missbrauch und Alkoholismus in der Kindheit entstanden sind zu verstehen und zu verarbeiten. An der Westküste wird das Seminar regelmäßig mit großem Erfolg abgehalten. Das Seminar erstmals in Tasiilaq zu haben wäre für die Menschen hier ein warer Schatz! Wir würden das sehr gerne im April ermöglichen. Die Kosten dafür betragen 2500€. Sobald wir 80% des benötigten Betrags erhalten haben, können wir das Seminar konkret planen. Könntest Du Dir vorstellen dazu beizutragen, das Saminar hier in Tasiilaq zu ermöglichen? Spenden für diesen Zweck können durch Verwendungszweck "Projekt 99 - Seminar" gekennzeichnet werden oder Du kannst uns eine E-mail zu Deiner Spende schicken.

Zum Schluß
Wir haben schon seit längerem keinen Rundbrief mehr versendet, um mehr Zeit ins Lernen der Ost-Grönländischen Sprache investieren zu können. Das hat uns den nötigen Freiraum verschafft! Wir wollen euch aber gerne weiterhin an unserer Arbeit teilhaben lassen und werden deswegen im März wieder einen ausführlicheren Rundbrief versenden.

Einen warmen Gruß und Gottes Segen!
Peter, Thinka, Joël und Cora