Uber Ost-Grönland

Der Osten Grönlands unterscheidet sich in verschiedener Hinsicht vom Norden, Süden und Westen.

Allererst spricht man an der Ostküste einen Dialekt, der nicht der nationalen Westgrönländischen Sprache ähnelt. An dieser Seite Grönlands wohnen etwa 3.500 Menschen verteilt auf 6 Ortschaften, von denen Tasiilaq mit 1.950 Einwohnern die größte ist. Von Island und der Westküste aus ist das Dorf Kulusuk mit dem Flugzeug zu erreichen, alle anderen Ortschaften können nur mit dem Hubschrauber erreicht werden. Zwischen Juni und November zieht das Packeis ab und sind die Ortschaften wieder an die Schifffahrt angeschlossen. Im Sommer kommt mehrmals ein großes Frachtschiff mit Vorräten für den Rest des Jahres nach Tasiilaq.

Diese Gegebenheiten machen die Ostküste zu einem sehr isolierten Gebiet, was auch in anderen Gebieten zu merken ist: man kann an der Ostküste nicht studieren und im Winter gibt es manchmal wochenlang keine neuen Lebensmittelvorräte. Auch auf dem Gebiet von Literatur gibt es fast nichts in der lokalen Sprache. Das hat auch seine Auswirkungen auf Theologischem Gebiet. Zum Glück gibt es eine Westgrönländische Bibel, die wir dankbar für unsere Arbeit hier gebrauchen.

Heftigere Fakten sind die folgenden. Dieser Teil Grönlands kennt verhältnismäßig die meisten Selbstmorde, wobei Grönland selbst die Weltweite Statistik anführt. Diese Problematik scheint sich an der Ostküste zu konzentrieren. Es gibt fast keine Familie hier, die damit nicht in Berührung gekommen ist. Konkreter gesagt findet in einem Gebiet von 3.500 Menschen durchschnittlich alle 3 Wochen ein Selbstmord statt.

Daneben ist auch die Abtreibungsrate sehr hoch. Genauer gesagt werden 50-80% aller Schwangerschaften abgebrochen. Es ist furchtbar wie viele junge Frauen schon mehrere Abtreibungen hinter sich haben, mit allen Folgen, die das mit sich bringt.

Weitere Probleme, mit denen das Gebiet zu kämpfen hat sind Alkoholismus, Missbrauch und mitunter dadurch viele verwahrloste Kinder. Es gibt hier etwa 400 Kinder, die außerhaus untergebracht werden müssen und geschickte Pflegefamilien sind hier dünn gesät.

An der Ostküste gibt es noch keine lebendige Kirche, die daran glaubt, dass Jesus tatsächlich Erlösung gebracht hat, gerade für dieses Leben mit aller Gebundenheit. Es gibt zwar über ganz Grönland hinweg eine Lutherische Kirche, in der allerdings nicht oder nur wenig darum geht, dass der Glaube an Jesus die Basis des Christlichen Glaubens ist. Die Menschen, die wir hier in der Zwischenzeit kennengelernt haben, erfahren allerdings  viel Hoffnung wenn sie die befreiende Botschaft von Gottes Liebe am eigenen Leib erleben.