Schön, dass wir machtlos sind

Uguapor (=dort ist sie), antwortete Cora (2 Jahre) auf meine Frage wo die Fliege sei. Wir wundern uns immer wieder darüber, dass Cora das Grönländische schon mehr zu beherschen scheint als wir...

Auch Joël zieht auf der Straße immer wieder erstaunte Blicke auf sich, wenn er seinen Freunden auf der Straße etwas auf Ostgrönländisch hinterher ruft. Am Sonntag hat er Katharina spontan beim Kinderprogramm geholfen und die Geschichte von Noah und der Arche erzählt/übersetzt! Es war ein besonderer Sonntag. Katharina hatte eine Frau zum Gottesdienst eingeladen. Wir kannten einander bisher eher flüchtig aus dem Kindergarten. Joël ist mit ihrem Sohn befreundet.  Wärend Katharina auf der Terasse die Wäsche aufhing kam sie mit dieser Frau ins Gespräch. Was tut man dann, wenn man plötzlich hört, dass ihre Mutter und drei oder vier Geschwister Selbsmord begangen hatten? Wir wollen hier so gerne helfen und werden uns angesichts des tiefen Elends bewusst, wie machtlos wir sind. Diese Machtlosigkeit ist aber auch entspannend. Denn was bei uns unmöglich ist, das ist möglich bei Gott. Es war dann auch fantastisch, dass diese Frau die Einladung angenommen und zum Gottesdienst gekommen war. Nachdem sie die beste Nachricht gehört hatte, die es gibt, wollte auch sie Gebet. Als Gott ihr mit seinem Frieden begegnete strömten die Tränen. Was für eine wunderbare Arbeit dürfen wir hier mit Gott tun!

Am Abend haben wir dann gemeinsam mit ihr und ihren 5 Kindern Pizza gebacken... Betest Du mit uns für diese Frau, dass sie lernt in der neuen Hoffnung, die sie geschmeckt hat, zu leben?

Obwohl nur 5 Menschen zum Gottesdienst gekommen waren, wurden auch zwei andere von Gottes Kraft berührt. Nach Gebet waren ihre Rückenschmerzen komplett weg! Jesus hat gesagt: “freut euch, dass ihr das sehen dürft!” als seine Jünger über die Wunder sprachen, die sie erlebt hatten. Das tun wir dann auch. Auch wenn ein Wunder keine Garantie dafür ist, dass die Person Jesus folgen wird, freuen wir uns über alles was Gott tut.

Das Seminar “Pain of the Heart” (Schmerzen des Herzens) liegt mittlerweile schon 2 Monate zurück. Die Teilnehmer konnten – einige davon zum ersten Mal! – ihren schmerzhaften Erfahrungen ins Auge sehen. Themen wie Alkoholismus und dessen Folgen, Missbrauch, Verwahrlosung als Kind oder (das Sehen von) Selbsmord kahmen ans Licht. Vor allem die ersten Tage des Seminars waren darum mental sehr schwer für die Teilnehmer. Umso größer war dann auch die Erleichterung nachdem mit manchen Erfahrungen abgeschlossen werden konnte und die Teilnehmer Vergebung und Versönung erlebten. Wir hatten dieses Mal 12 Teilnehmer. Nächsten Mai wollen wir das Seminar gerne wieder geben. In Kürze wollen wir auch einen gemeinsamen Abend organisieren, um die Teilnehmer nach dem Seminar aufzufangen und die angefangene Arbeit fortzuführen.

Am kommenden Sonntag wollen wir drei Menschen in einem kleinen Bergsee (kalt!!) taufen. Was wird das zuwege bringen? Es wird die erste Glaubenstaufe hier im Ort sein. Wir sind gespannt darauf, was das in Bewegung setzt. Die Täuflinge wird es auf jeden Fall in ihrer Entscheidung, Jesus zu folgen, bestärken.

Seit Mai sind wir jetzt offiziell eine INO-Gemeinde. INO ist die annerkannte grönländische Freikirche, eine Pfingstgemeinde. Der Pastor, den wir für das Seelsorgeseminar eingeladen hatten, hat uns während seinem Aufenthalt hier als Älteste eingesegnet. Das war für uns ein besonderer Moment, im Beisein vieler Freunde. Es ist schön, dass wir uns bei einer bestehenden Grönländischen Bewegung anschließen können. Damit haben wir auch nach außen hin ein deutlicheres Gesicht. INO organisiert im Oktober eine einwöchige Leiterskonferenz, an der ich gerne teilnehmen würde. Die zweitägige Reise an die Westküste kostet allerdings 1.700€. Könntest Du Dir vorstellen etwas dazu beizutragen, dass diese Reise finanziell möglich wird?

Wir wünschen Dir einen erfrischenden Sommer(urlaub)! Gottes Segen,

Peter und Katharina