Wie gehts?

“und was beschäftigt dich, Thinka?”

Ich bin vor allem mit Joël beschäftigt, was mich darüber nachdenken lässt was eigentlich meine Rolle hier in Grönland ist. Ich habe schon ein paar Ideen, die ich umsetzen will, sobald das Missionshaus fertig ist.
Die Seelsorgegespräche, die ich gerne geben würde, scheinen im Moment nicht dran zu sein. Andererseits erlebe ich, gerade dadurch, dass ich so viel mit Joël beschäftigt bin, wie es ist hier Kinder groß zu ziehen. Das gibt mir neue Ideen. Es gibt hier eigentlich nichts was man mit seinem Kind unternehmen könnte. Mit dem Missionshaus öffnen sich in dieser Hinsicht natürlich fantastische Möglichkeiten.

„Ist Mission so, wie du es erwartet hast, Peter?“

Ja und nein. Renovierungsarbeiten sind etwas ganz Neues für mich. Sicher interessant, aber nicht etwas womit ich Jahre lang beschäftigt sein möchte… Ich fühle mich dabei ziemlich unbeholfen, aber darüber zu lesen bringt zum Glück etwas Licht ins Dunkel.

Was betrifft Menschen in ihrer Beziehung zu Gott weiter zu helfen, entspricht Mission schon meinen Erwartungen. Darauf hatte ich natürlich auch echt gehofft. Die Zeit, die ich darin investieren kann ist aber, aus praktischen Gründen (fehlende Räumlichkeiten und Sprachbarriere) noch lange nicht auf dem gewünschten Niveau.

Es ist übrigens auch ziemlich gewöhnungsbedürftig für mich, nicht selbst Geld zu verdienen. Unser Einkommen ist sozusagen nicht mehr von meiner Arbeitswoche abhängig. Das finde ich schon irgendwie komisch, weil ich doch eigentlich gerne mit meiner eigenen Arbeit für uns sorgen möchte…

„Thinka, was freut dich hier in Grönland?“

Ha, ich freue mich über das tolle Brot das ich backen lerne. :) Und es freut mich, wenn Menschen erzählen, wie Gott in ihrem Leben arbeitet und wie sie in ihrer Beziehung zu ihm wachsen.

„und was findest du hier schwierig?“

Die Sprachbarriere. Weil ich dadurch nicht echt Kontakt mit Menschen legen kann und einschränkt bin, um in Beziehungen zu investieren. Zum Beispiel, letzte Woche ist S. vorbeigekommen, damit wir für sie beten. Sie hatte eine Fehlgeburt. Vorhin habe ich sie beim Supermarkt getroffen. Da ich kein Grönländisch kann und sie leider kein Dänisch, konnte ich gar nicht richtig fragen wie es ihr jetzt geht (sie musste nämlich ein paar Tage ins Krankenhaus hatte ich gehört). Das einzige was ich sagen konnte war die standard Frage „qanipi?“ (wie geht’s?)… :(

Ich finde es auch schwierig, einzuschätzen was Menschen hier von mir erwarten und was ich von ihnen erwarten kann. Im Blick auf kulturelle Unterschiede meine ich. Ist es ok, Dinge, die mich enttäuschen oder die ich anders erwarten würde anzusprechen? Oder macht läuft das hier einfach anders?

Oh ja, ich freue mich übrigens auch sehr über Joël!

Einen warmen Gruß aus Grönland,
Peter, Katharina und Joël

P.S. Falls noch jemand Interesse hat im Sommer am Missionshaus mit zu bauen, hören wir das gerne!